Der Mond ist ein Licht in der Nacht

Mit diesem Band setzt Jutta Schubert nach „Rettungen“ ihr auf zehn Bände angelegtes Prosaprojekt fort, das das Leben heutiger Menschen in all ihren Aspekten abzubilden unternimmt. Eine menschliche Komödie in Erzählungen.

Die in diesem Band versammelten Geschichten sind Abschiedstexte zu Lebzeiten, die thematisch um Vergänglichkeit, Trennung und Flucht kreisen. In allen Geschichten spielt der Mond motivisch eineRolle. Er ist das Licht in der Nacht, das ein alter Mann sieht, der in seinem Garten steht, den er nicht mehr zu bearbeiten vermag. Es ist das Mondlicht, das die Flüchtlinge in einem französischen Camp benötigen, um nachts auf den Zug nach England zu springen. Oder er wird wie ein Amulett zum Schutzsymbol zweier Reisenden.

„Wir waren frei, wie soll ich das erklären, dieses Gefühl, das einige Jahre andauerte und dann verging. Das Leben war so schmerhaft nah und die Freiheit so überdeutlich, dass es uns beinahe zerriss. Der See, der Himmel, das schlammige Ufer, das Schilfgras und der sanfte Wind in den Pappeln war für uns, wir befanden uns mitten darin, waren Teil davon, Beherrscher der Zeit, unsterblich.“

Jutta Schubert:Der Mond ist ein Licht in der Nacht„, Erzählungen, Kulturmaschinen Verlag, Freiburg, 274 Seiten, ISBN 9-783967-632569