Letzte Wegmarken

Gerade ist mal wieder so eine Phase, wo sich viele maßgebliche Kulturschaffende verabschieden und die Welt ärmer machen. Neben dem großartigen Schauspieler Gert Voss ging auch die südafrikanische Schriftstellerin Nadine Gordimer, lebenslange Kämpferin gegen die Apartheid, der wegweisende Jazzmusiker Charlie Haden, der geniale Dirigent Lorin Maazel… Es ist mal wieder ein kleines bisschen kälter geworden. Viele Menschen werden das vielleicht nicht spüren. Doch definitiv ist es so, dass große Kunst, auch wenn scheinbar niemand sie „braucht“, unser Denken und Fühlen erwärmt, bereichert, konkretisiert, aufwühlt, beruhigt und und und…

Nadine Gordimer (1923 - 2014)

Nadine Gordimer (1923 – 2014)

Bei allem, was momentan wieder geschieht: in Israel/Palästina, in Syrien, im Südsudan, in der Ukraine und und und, möchte ich allen Kunstschaffenden zurufen: Wir bleiben dran! Denn es stimmt eben NICHT, dass niemand die Kunst braucht. Musik, Literatur, Malerei, Theater und und und helfen beim Denken und Fühlen, ja oftmals erwecken sie es neu oder erst wirklich. Sie bringen Licht. Das tun Bomben, Gewalt, Extremismus, religiöser Fanatismus und und und keinesfalls. Sie bringen Dunkelheit. Und deshalb macht die Kunst unsere Welt eben doch ein Stückweit besser und die Erde zu einem bewohnbareren Ort. Gerade wenn Menschen uns verlassen, die auf künstlerischem Terrain so viel bewegten wie die oben genannten, wird uns das schmerzlich bewusst.